Cetus3D MK3 Short-Review – So muss ein Drucker sein! Oder auch nicht!

Vorab kann ich schon sagen, dass ich mit diesem Drucker sehr zufrieden bin. Der Cetus3D MK3 Drucker wurde mir freundlicherweise von Tiertime zur Verfügung gestellt. Der Versand erfolgte aus England und war schon nach vier Tagen bei mir da.

Ich besitze ja mehrere Drucker und bei jedem meiner Drucker musste irgendwas gebastelt werden. Vielleicht liegt das auch nur daran, dass man noch mehr raus holen möchte als einem lieb ist. Beim Cetus3D MK3 hatte ich große Hoffnungen, denn schon alleine die Linearschienen haben mich gereizt und da ich sowieso noch zwei Drucker für die Reviews benötigte, kam mir dieser genau recht, denn der Drucker soll ausschließlich für die Reviews verwendet werden. Warum werde ich noch erläutern.

Der Cetus3D MK3 kam sehr gut verpackt bei mir an und es sind keinerlei Kratzer oder Dellen zu sehen. Auch der Aufbau, der bei vielen Druckern mehrere Minuten bis Stunden benötigt, ging hier recht zügig. Der Drucker selber besteht zum Hauptteil aus zwei Teilen. Einmal das Teil für die Z-Achse und zum anderen das Teile für die Elektronik, Y-Achse und X-Achse. Von daher war der Aufbau innerhalb weniger Minuten erledigt. Der Druckraum von 180x180x180 ist für meine Zwecke vollkommen ausreichend, denn für größeres Vorhaben nutze ich meine anderen Drucker.

Vorab muss gesagt werden, dass der Cetus3D MK3 OHNE einem Heizbett kommt, denn dieses muss im Addon Paket extra dazu erworben werden. Dazu muss zwingend das Extension Board und das Netzteil gekauft werden. Man kann alles einzeln bestellen oder nimmt gleich das gerade genannte Addon Paket in dem dann noch zusätzlich eine Art blTouch dabei mit ist mit dem das Heizbett automatisch ausgerichtet wird. Wenn man gleich das beste haben möchte, kann man sich auch die Extended Deluxe Version erwerben, welche alles enthält das ich gerade genannt haben plus eine größere Z-Achse, so dass man auf 280mm statt 180mm kommt.

Ich hatte immer meine Bedenken das man ohne Heizbett nicht drucken kann, aber pustekuchen, denn aktuell nutze ich ausschließlich PLA für meine Review Serie von den Filamenten der Schmelz.Bar und die Haftung ist auch ohne Heizbett wirklich klasse. Dazu wird zuerst ein breiter Raft gedruckt auf dem dann das Modell drauf gedruckt wird, somit kann es sich nicht lösen und lässt sich am Ende wieder einfach entfernen. Ich war skeptisch, aber als ich das erste Benchy Boot gesehen habe, war ich mehr als überrascht, denn dieses war perfekt. Man konnte keinen einzigen Fehler erkennen und das Out of the Box. So einen Drucker hatte ich bisher noch nicht gehabt. Man kann es sehr gut an den Fotos erkennen wie die Qualität ist.

Dieses ist natürlich auch den Slicer Settings geschuldet, aber auch da wurde nicht viel eingestellt, denn der Cetus3D MK3 läuft am besten mit dem UPStudio Slicer, welcher direkt für die Drucker von Tiertime sind. Und der macht wirklich eine gute Arbeit und ich brauch auch keinen anderen Slicer zu testen, da das UPStudio zu 100% abliefert. Aber auch diese hat so seine kleine Tücken, denn Ihr müsst Euch zwingend registrieren, damit der Slicer genutzt werden kann. Dieses auch nur aus dem Grund, da der Drucker dann direkt auf dem Maker aktiviert wird. Man muss sich ein wenig einarbeiten, aber das dürfte unter einer halben Stunde erledigt sein, denn es sind wirklich nicht viele Einstellungen, aber die wichtigsten sind vorhanden, so dass der Slicer nicht überladen ist. Tiertime hat hier sehr gute Arbeit geleistet und die besten Einstellungen vorab eingespeichert.

Aber kommen wir mal zu den Eckdaten, denn im Set selber sind drei Düsen vorhanden, welche eine Stärke von 0.2mm, 0.4mm und 0.6mm haben, somit dürfte vom sehr feinen bis zum groben Druck nix im Weg stehen. Diese Düsen können auch explizit im Slicer ausgewählt werden, so dass die Settings entsprechend angepasst werden, ohne das viel selber dran geschraubt werden muss.

Die einzelnen Schichten lauten wie folgt 0.05/0.07/0.10/0.15/0.20/0.25/0.30/0.35 mm und diese machen auch einiges her, wobei ich erst mit 0.15 und 0.25 gedruckt habe. Die anderen Stärken werde ich im laufe der Zeit noch ausprobieren und gerade auf die 0.05 bin ich sehr gespannt, denn dieses wäre auf dem Papier vergleichbar mit einem Resin Drucker, aber da lass ich mich selber überraschen.

Wie oben schon erwähnt, besitzt der Cetus3D im „normalen“ Set kein Heizbett, jedoch ist das vorhandene mit einer speziellen Beschichtung überzogen, die es ermöglicht, dass die Drucke ohne „Heizung“ haften. Bisher hatte ich PLA und PETG im Einsatz und aufgrund des Rafts, sitzt der Druck auch drauf.

Ich habe mir jedoch das Addon Paket mit dazu geholt, da ich weitere Materialien drucken möchte und da ein beheizbares Druckbett einfach zwingend erforderlich ist. Klar ist der Preis teuer und man hätte es auch direkt mit verbauen können, aber da geht man auf die Maker ein, denn wenn es jemanden gibt, der nur PLA drucken möchte, dann braucht er kein Addon Paket oder einen Drucker mit diesen Optionen. Aber schöner wäre es. Das muss man dazu sagen, jedoch punktet der Drucker auch ohne diesem Addone Paket in voller Linie bei den Ergebnissen.

Einen doch entscheidenden Nachteil gibt es. Denn die Lautstärke ist hierbei vorhanden an die ich mich jedoch schon gewöhnt habe, da es kein Geräusch ist, welches man aus anderen Druckern kennt (dieses piepsen). Die Treiber selber sind nicht austauschbar, so dass man mit der Lautstärke klar kommen sollte. Nachts schlafen neben dem Drucker würde ich hierbei ausschließen. Finde ich persönlich jetzt nicht so wild, aber da hätte man leisere Treiber verbauen können. Auch das es kein Display gibt finde ich schade, denn so muss man zwingend die Verbindung zum PC haben, damit man sehen kann, wie weit der Druck ist und wie lange es noch dauert. Die Zahlen stimmen zwar, aber ein Display wäre hier besser gewesen. Man kann dieses zwar optional dazu erwerben und verbauen, aber knapp 90 Euro möchte ich dann nicht auch noch dafür investieren. Ich muss aber dazu sagen, dass es auch ohne Probleme ohne Display geht. Da der Drucker bei mir eh auf dem Schreibtisch steht und ich diesen nur anhabe, wenn ich am PC bin, kann ich mich damit anfreunden.

Preislich kommen wir rein beim Drucker auf einen Preis von gerade mal 272,20 Euro, für ein Extra Paket Düsen was ich nur empfehlen kann, da diese nicht so einfach zu bekommen sind auf 24,79 Euro und für das Addon Paket auf 135,92 Euro. Man kommt gesamt inklusive Versand und Steuern auf 530,67 Euro. Und ich bin ehrlich, denn aktuell würde ich mir eher einen Cetus3D Drucker anstatt einen Prusa kaufen. Ich habe mit meinem Prusa schlechte Erfahrungen gemacht und würde daher nicht mehr dazu greifen. Das wäre jetzt aber eine andere Geschichte.

Der Cetus3D MK3 macht genau das, was er auch machen soll, er druckt ohne viel Schrauberei oder viel Wissen über die Materie zu haben. Zusammenbauen, anschalten, Slicer konfigurieren und los geht es. Das einzige was ich noch machen werde ist einen neuen Bauteillüfter anzubauen. Der Stock-Lüfter macht zwar eine gute Arbeit, aber irgendwas muss ja dann doch dran gemacht werden.

Schaut Euch einfach mal die Ergebnisse und die Videos zu diesem Drucker an und entscheidet selber. Ich für meinen Teil kann sagen, dass wenn ich das nötige Kleingeld hätte, ich mir noch einen gekauft hätte. Man wird sehen, was die Zukunft bringen wird mit dem Drucker, jedoch gehe ich davon aus, dass es keinerlei größere Probleme geben dürfte, denn der Drucker ist minimalistisch aufgebaut und macht ein top Ergebnis.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Tiertime für die Bereitstellung dieses Druckers und vielleicht gibt es ja nochmal die Chance einen etwas „besseren“ Drucker zu testen. 😉

Nachtrag nach mehreren Tagen Nutzung:

Bisher bin ich von der Qualität immer noch sehr positiv angetan, jedoch aktuell beim drucken von PLA, denn der Slicer selber enthält kein PETG Profil und ich nutze auch weiterhin die Stock-Werte. Für PLA echt super Ergebnisse, aber bei anderen Materialien versagt er leider. Das Problem an der ganze Sache ist, dass man mittels dem Slicer nur eine maximale Druckbett-Temperatur von 60 Minuten geben kann. Danach kühlt es sich ab. Ich hatte ABS versucht was auch wirklich gut ausgesehen hat, aber nach über einer Stunde konnte man sehen, dass die Heizleistung runter ging und sich der Druck an allen Ecken und Kanten gelöst hat. Das selbe Spiel bei PETG, dort zwar nicht so schlimm, jedoch merkt man es dann auch am Druck selber, denn die Temperaturen können nicht wirklich eingestellt werden. Man kann zwar ein extra Profil anlegen, aber durch die verschiedenen Einstellungen kann man damit auch negatives erreichen. Zudem muss man bei der Erstellung eines Profils das Hersteller Passwort eingeben. Was soll das denn ?

Anderer Punkt ist der Slicer selber, denn a) braucht dieser seine Zeit bis er die Teile gesliced hat, so dass schon mehrere Minuten drauf gehen können und b) zeigt er bei komplexen Modellen einen Fehler an und stürzt ab. Sowas darf nicht sein und das machen andere Programm besser.

Weiter geht es mit dem leveln des Druckbetts. Ich habe es nicht hinbekommen ohne Raft zu drucken, denn die interne Levelfunktion ist wohl nur auf den Druck mit Raft ausgelegt. Macht Sinn, wenn man das Add-On Paket nicht hat, denn der Drucker selber kommt ohne Heizplatte und dann macht diese Funktion auch Sinn. Ich heize das Druckbett immer vorher auf und level dann mit der Sonde, so dass die Punkte eigentlich perfekt sein sollten. Nachdem ich dann den Druck starten möchte, bekomme ich keine einzige vernünftige Linie hin, wenn ich den Raft Modus ausschalte. Stelle ich diesen Modus wieder ein, klappt es ohne Probleme. Dabei hab ich mit der Stock Platte es versucht, aber auch mit Glas, FR4 und Pertinax. Bei allem das selbe negative Ereignis. Und wer jetzt denkt, dass man das leveln auch Manuell machen kann, täuscht sich, denn dadurch wird es noch schlimmer. Auch ein weiterer negativ Punkt, dass die level Pfeile im Slicer vertauscht sind.

Ich mag den Drucker echt leiden und er macht super Ergebnisse, aber aufgrund der Tatsache, dass man diesen aktuell nur mit einer Raft Schicht nutzen kann, macht er mir zumindest immer weniger Spaß, da es auch eine „Qual“ ist die Drucke vom Raft zu lösen, gerade bei größeren Sachen. Dazu kommt noch, dass man in keinem Profil die Bauteillüftung einstellen kann. Man muss sich dann daran halten wie es der Slicer vorgibt und gerade bei PETG oder ABS kann man darauf gerne verzichten oder minimaler einstellen.

Zu guter letzt steht der Drucker immer noch auf meinen Schreibtisch, da ich dadurch den Drucker via PC betreiben kann. Jedoch würde ich diesen gerne woanders hinstellen, was so aber nicht möglich ist. Das intrigierte WLAN funktioniert bei mir erst gar nicht und somit bin ich darauf angewiesen, dass der Drucker in Reichweite vom PC steht.

Das sind so die negativen Punkte die mir aufgefallen sind und ich betone es nochmal: PLA druckt er wirklich klasse, aber vielleicht finden die Entwickler für meine Probleme eine Lösung. Sollte es so sein, werde ich das Review hier wieder editieren.

Kommentar verfassen