Prusa MK3S – Modding – Y-Axis Linear Rail Upgrade

Kleine Anekdote gleich zum Anfang. Hätte ich beim Zusammenbauen die Führungsrolle nicht zu fest gezogen, wäre der Umbau unter 30 Minuten erledigt gewesen. Da ich jedoch erst sehr spät durch einen Hinweis von David drauf gekommen bin, hat sich der Umbau leider verzögert. Aber da sieht man mal wieder, dass man auf alles achten sollte.

Worum geht es denn überhaupt ? Mich hat es extrem gestört, dass mein Prusa MK3S während des Druckvorgangs Geräusche gemacht hat, die ich so nicht hinnehmen wollte und konnte. Daher habe ich mich mit dem Prusa Support in Verbindung gesetzt, welche mir auch neue Misumi Lager geschickt haben. Aber auch nach dem Zusammenbau war die Geräuschkulisse zu hören und das obwohl die Lager vorher mit Isopropanol und entsprechendem Fett auf Empfehlung von Prusa gefettet wurden. Entweder waren die Geräusche normal und ich bin nur von meinen anderen Druckern verwöhnt oder ich habe einen Fehler beim Einbau gemacht, was ich jedoch ausschließen kann.

In den sozialen Netzwerken und auf PrusaPrinters.org habe ich erfahren, dass man dieses Problem durch Linearschienen beheben kann. Also mal schlau gelesen und erkundigt was man so alles benötigt. Ich habe mich an die Anleitung von KalleKnall gehalten und geschaut, wo man es am besten herbekomen kann und wer dieses zur Verfügung stellen würde. Denn auch knapp 200 Euro sind für mich eine Menge Holz. Ich habe dann mit GTech einen sehr kompetenten und verständnisvollen Inhaber gefunden, welcher mit 3DFans kooperieren würde. Also kurz die entsprechende Länge und Modelle durchgegeben. Aufgrund des Sommerurlaubs hat sich der Versand ein wenig verzögert, was aber zu dieser Zeit vollkommen normal war.

Mir wurde daher folgendes Set zur Verfügung gestellt:

2x MGN12H Linear Rail Guides 330mm (wichtig sind die 330mm)
3x MGN12 Linear Sliding Guide Block

KalleKnall schrieb, dass man bei den Blöcken 2 lange und 1 kurzen nehmen sollte. Dieses habe ich jedoch übersehen und habe 3 lange „geordert“. Das Set kam sehr gut verpackt bei mir an und es waren keinerlei Kratzer oder Dellen ersichtlich. Bei den Blöcken muss man jedoch extrem vorsichtig sein, denn wenn man den schwarzen Sicherheitsblock entfernt und den Block dann irgendwo hinlegt und nicht aufpasst, kann es ganz schnell passieren, dass die Kugeln heraus fallen. Daher habe ich alles sehr vorsichtig gemacht und die Kugeln vorher noch mit einem entsprechendem Fett eingerieben, damit es schon flutschen kann. Die Blöcke wurden dann ganz vorsichtig auf die Schienen befestigt und erstmal fixiert, damit diese nicht hin und her rutschen kann.

Danach wurden die ensprechenden Teil am Prusa befestigt, die ich bereits vorher aus ASA gedruckt habe. Warum ASA und kein PETG wie es empfohlen wird ? ASA macht mir bei einer solchen Modifikation einen besseren Eindruck und ich konnte gleichzeitig die Genauigkeit des Drucks testen. Nachdem alles angeschraubt wurde, sollte man vorher nochmal alles überprüfen ob alles festsitzt, denn nix ist schlimmer, als wenn es später nochmal festgezogen oder justiert werden muss. Erst dann wurden die Schienen vorsichtig, aber mit ein wenig Kraft aufgelegt, da die Schienen sich in die vorhandene Aussparung einpressen müssen. Dann alles festgezogen und erstmal gefreut. Wow ging das schnell, womit ich natürlich nicht gerechnet hätte.

Gut, dann kann man ja alles anpassen und auch den Selbsttest starten. Bis zur Y-Achsen lief dieser auch durch, denn jetzt kommt es zu dem, was ich ganz oben geschrieben habe. Der Prusa meckerte mit zwei Fehlern rum, denn zum einen wurde eine falsche Y-Achsenlänge angezeigt und zum anderen fuhr der Schlitten gerade mal paar Millimeter bis der Fehler erneut kam. Also was macht man ? Man überprüft alles nochmal ganz genau und Dank David wusste ich, dass der innere Bereich, also vom oberen Schlitten bis zum unteren Rahmen genau 220mm Spiel haben muss. Ich habe dann einfach M3 Muttern mit Sekundenkleber zusammen geklebt und diese von unten befestigt was man auch an den Fotos sehen kann. Dadurch können die 220mm genau erreicht werden und die Endstops verfahren auch nur diesen Bereich. Somit wurde dieses Problem behoben und ich konnte mir ein lächeln nicht verkneifen.

Aber da war noch das andere Problem das sich der Motor „durchdreht“, denn das bemerkte man. Aber wo kann nur der Fehler sein ? Der Y-Riemen wurde nochmal auseinander gebaut und neu gestrafft und rum probiert, aber auch daran lag es nicht. Dann vom hinteren Motor das Ritzel überprüft, aber ohne Erfolg. Mittlerweile hatte ich einfach keine Lust mehr und wollte alles auseinander bauen, aber dann, ja dann dachte ich, dass man einfach mal die Führungsrolle überprüfen sollte, denn dadurch wird der Riemen ja auch bewegt. Und was sehen meine Augen da ? Die Rolle war festgezogen, so dass diese sich nicht bewegen lies. *Ditsch* Also Schraube leicht gelockert, damit die Rolle sich drehen lässt und siehe da: Der Selbsttest wurde erfolgreich abgeschlossen. Diese kleine Schrauben hat mir Stunden Kopfschmerzen bereitet, denn wäre ich da vorher drauf gekommen, wäre der Umbau unter 30 Minuten erledigt gewesen.

Danach sollte man sich das OctoPrint PlugIn „PrusaLevelingGuide“ herunterladen, damit das Bett auch ordentlich gelevelt werden kann. Das macht in meinen Augen die meiste Arbeit, da man immer nur leicht an den Schrauben drehen muss. Am besten ist es, dass man immer nur an einer Schraube dreht und schaut, was passiert. Vorher das Heizbett aufheizen macht auch Sinn, damit sich später nix verzieht. Ich bin bei mir jetzt auf 0,09 angekommen und werde da auch bleiben, denn damit ist das Spiel sehr minimal was beim eigentlich Druck gar nicht auffällt.

Und hat der Umbau jetzt was gebracht ? Definitiv ! Auch wenn einige das jetzt abstreiten würden, aber entweder haben die dieses Upgrade noch nie verbaut, aber wollen mitreden oder sie sind so zufrieden, dass diese einen Umbau nicht brauchen. Ich kann von MEINEM Upgrade sagen, dass mein Prusa nun sehr viel leiser als vorher ist und alles smoother läuft. Zudem habe ich einen Test mit Infill und Massives Infill bei 100mm/s gestartet und das ohne Probleme. Auch bei dieser Geschwindigkeit ist der Drucker weiterhin sehr leise und das Ergebnis sieht top aus. Fotos folgen.

Auch wenn der Preis von knapp 200 Euro recht hoch ist, so lohnt sich der Umbau, denn hier handelt es sich um Originale HWIN Produkte und jeder weiß, dass diese ihren Preis haben. Qualität kostet halt seinen Preis.

Ich bedanke mich auch ganz herzlich bei Joshua für die Bereitstellung dieser Produkte und wer weiß, vielleicht kommt da in Zukunft noch mehr ? Wir werden es sehen. 😉

Weitere Fotos und Bestelllink werden nachgereicht. 😉

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