Wie fange ich am besten an, denn es gab bereits seit Wochen keine neuen Artikel mehr. Das liegt jedoch daran, dass ich mit unserem Shop und Arbeit sehr eingespannt bin und somit kaum noch die Zeit finde. Dazu kommen immer mehr Aufträge, so dass die Drucker am glühen sind.

Aber fangen wir mal an, denn uns fehlte neben den ganzen 3D Druckern und Plotter auch noch ein Laser und nachdem wir bereits den FLUXLaser und Mr. Beam hatten, war klar, dass wieder ein Laser zu Hause sein muss um kleinere Arbeiten erledigen zu können. Vorab sei gesagt, dass der Sculpfun S9 in keinem Verhältnis zu den beiden Lasergeräten stehen die gerade genannt wurden sind. Denn da stehen einige tausend Euro dazwischen was man aber auch merkt. Schon alleine das eigene Webinterface bei beiden Laser ist eine ganz andere Liga.

Ich wusste auf was ich mich einlasse und das dieser Bereich, in dem sich der Laser befindet, komplett Neuland ist, da es bei den „günstigeren“ Dioden Laser schwierigen ist damit umzugehen. Aber gut, man lernt immer dazu und möchte die Erfahrungen auch teilen.

Vorab kann ich sagen, dass die Kommunikation mit dem Sculpfun Support wirklich klasse ist. Meine Fragen wurden innerhalb weniger Stunden beantwortet und das finde ich schon bemerkenswert und muss definitiv erwähnt werden.

Das Paket mit dem Laser kam recht zügig bei mir an, so dass ich dieses innerhalb weniger Tage bereits erhalten habe. Alles war gut und sicher verpackt und jede Tüte war einzeln beschriftet was den späteren Aufbau sehr erleichtert hat. Dieser war nach einigen Minuten auch erledigt. Ich habe nicht schlecht geschaut als der Laser fertig aufgebaut war, denn dieser war doch größer als erwartet und ich musste mir schon Gedanken machen, wo ich diesen hinstellen werde, aber dazu später mehr.

Das erste was gemacht werden musste, ist erstmal ein entsprechendes Programm zu finden mit dem ich arbeiten kann. Nach meinen Recherchen bin ich dann auf Lightburn gestoßen, welches die ersten 30 Tage zum testen kostenlos ist und danach für knapp 50 Euro erworben werden muss. Gut, muss ich die Lizenz kaufen, da es für das Mac System keine Alternativen gibt.

Als Neuling möchte man sofort den Laser hinzufügen und schauen, ob alles gut verbaut wurde, aber schon beim einrichten der erste Stolperstein. Der Sculpfun S9 kann nicht automatisch installiert werden, so dass der Weg über die manuelle Installation erfolgen muss. Hierbei ein großes Danke an die S9 FaceBook Gruppe und dem Dioden Laser Wiki. Schaut dort unbedingt mal vorbei, denn das Wiki ist sehr gut beschrieben und umfangreich. Also anhand der Anleitung den Laser manuell hinzugefügt und die entsprechenden Einstellungen vorgenommen und siehe da, der Laser bewegt sich. Puhh alles richtig gemacht.

Gut, beim hin und her fahren ist die Achse dann zweimal gegen die Profile gefahren, weil ja keine Endstops vorhanden sind. Das finde ich einen recht großen Nachteil, da ich von den anderen beiden Laser verwöhnt bin und einfach die Home Taste gedrückt habe, so dass der Laser dann automatisch auf die Home Position gefahren ist. Aber die Endstops kann man mit ein wenig Zeit auch nach installieren. Auch zu diesem Thema gibt es im Wiki einen entsprechenden Artikel. Aber auch auf dem youTube Kanal von Lightburn wird es gut erklärt.

Gut, dann muss man sich erstmal mit der Materie vertraut machen und sich mit dem Programm beschäftigen, da wie ich anfangs erwähnt habe, liegen dort Welten dazwischen. Nebenbei liefen die Planungen für ein Gehäuse, denn a) möchte ich nicht, dass der Geruch durch die Wohnung verteilt wird und b) läuft mein Kind bei mir rum, welches geschützt werden muss. Am Ende habe ich dann ein passendes Gehäuse erstellt mit dem ich zufrieden bin. Dazu später auch mehr. 😉

Nun habe ich mich mit dem Programm vertraut gemacht und die ersten Versuche gingen los. Naja, das erste Bild sollte eine Rose sein. Diese war dann aber so abgemagert, dass sie gleich in den Müll gewandert ist. 😀 Dann wieder mit den Einstellungen gespielt und siehe da, es war ein gutes Ergebnis zu erkennen. Hier auch der Hinweis, dass man sich bei jedem neuen Material ein „Material-Test“ anfertigen lassen sollte. Dadurch kann man die optimalen Einstellungen schnell und einfach raus finden. In Lightburn ist dieser Menüpunkt oben unter „Laser-Tools“ zu finden.

Ich muss hier auch erwähnen, dass es sich „nur“ um einen Dioden Laser handelt und nicht um einen CO2 Laser. Ein CO2 Laser ist stärker und kann mehr Materialien bearbeiten. Zudem ist die Geschwindigkeit ein großer Faktor. Ein Bild mit einem Dioden Laser dauert mindestens drei mal länger als mit einem CO2 Laser. Glasklares Plexiglas kann leider mit einem Dioden Laser nich graviert und geschnitten werden kann. Und das finde ich schade, denn das wäre für mich ein wichtiger Punkt gewesen. Aber gut, so bleibt „erstmal“ nur das bearbeiten von Holz und Schiefer und das klappt bis dato recht gut.

Ein großer Vorteil ist die Lautstärke, denn im Betrieb hört man diesen rein gar nix und man könnte daneben einschlafen. Bei mir steht dieser in einem Gehäuse und bis auf dem Filter ist er Mäusestill.

Der andere Vorteil ist auch, dass Sculpfun ein Air Assistent heraus gebracht hat. Aber was genau ist das? Einfach erklärt, denn am Laser selber wird eine Düse befestigt, so dass durch diese Düse der Laserstrahl auf das Material „lasert“. Kurz davor ist ein kleines Löchlein aus dem die regelbare Luft raus strömt und somit der Laser gekühlt und der Laserstrahl mit Luftstrom angeströmt wird. Der Vorteil hierbei ist, dass der Laserstrahl genauer wird, aber auch die Schmauchspuren verschwinden. Ich rate vom Druck eigener Düsen ab und auch rate ich davon ab, welche auf ETSY zu kaufen. Ein Laser ist kein Spielzeug, so dass man hier unbedingt auf Originale Teil vertrauen sollte. Aktuell ist nur der Kompressor von Sculpfun hier und die Düse dauert noch bis diese ankommt, da diese aus Fernost versendet wurde. Dazu schreibe ich dann aber einen eigenen Artikel mit Vorher/Nachher Bildern.

Schaut Euch auch unbedingt mal die Videos von „Dragoncut“ an, denn dort wird vieles erklärt.
https://www.youtube.com/c/Dragoncut/videos (Gruß geht raus)

Was soll man noch schreiben? Der Ersteindruck ist sehr gut und auch die Tatsache, dass dieses mein erster Dioden Laser ist, bin ich doch recht zufrieden damit. Die Arbeiten mit Lightburn brauchen ein wenig Zeit, da man vieles einstellen kann und so das beste raus holen kann. In den nächsten Tagen werde ich weiter meine Erfahrungen kund tun und freue mich auf Kommentare, denn nur so kann man „dazu lernen“.

Über welchen Bereich möchtet Ihr weitere Infos haben? Schreibt es in die Kommentare und ich machen daraus einen neuen Artikel.