[Review] FlashForge Adventurer 3

Die Firma SainSmart hat mir freundlicherweise den FlashForge Adventurer 3 zur Verfügung gestellt, welchen es aktuell auf Amazon für 409,00 Euro zu erwerben gibt. Da ich mir bereits nach der Anfrage verschiedene Videos zu diesem Drucker angeschaut habe, war für mich klar, dass ich diesen testen möchte. Denn der Adventurer 3 hat seine Stärken im Bereich ABS/ASA und genau das war der entscheidene Punkt für mich.

Bekannterweise muss man für ABS/ASA einen geschlossenen Bauraum haben, damit Zugluft vom Druckobjekt fern gehalten wird. Bei kleineren Teilen mag es zwar auch ohne Bauraum gehen, aber sobald ein größerer und längerer Druck ansteht, muss ein Bauraum vorhanden sein. Der Adventure 3 hat einen Druckbereich von 150x150x150 und ist daher eher für kleinere Objekte geeignet und da ich mit ABS/ASA sowieso eher nur Kleinteile produziere, ist der Druckbereich für mich optimal. Wer einen größeren Druckbereich benötigt, der wird mit dem Adventure 3 nicht glücklich. Daher sollte man sich vorher überlegen, was man damit erreichen möchte.

Das Gehäuse besteht zum größten Teil aus Plastik, wobei ich beim auspacken gedacht habe, dass das nix werden kann. Aber ich wurde des besseren belehrt und das ganze Gehäuse erfüllt ohne Wenn und Aber seinen Zweck. Es mussten zwar noch einige Optimierungen vorgenommen werden, aber das liegt teilweise wieder am Maker, aber dazu später mehr.

Der Adventure 3 kann eine Düsentemperatur von maximal 240°C und maximal 100°C für das Heizbett erreichen. Diese Temperaturen reichen in den meisten Fällen für ABS/ASA aus. Warum ich nur diese beiden Materialien nenne ? Weil ich mit dem Drucker kein PLA drucke, auch wenn das ohne Probleme funktioniert, aber gerade bei solchen Materialien sollten man bei dem selben bleiben, damit es später nicht zu Verstopfungen oder dergleichen kommt. Denn das wechseln der Düse ist nicht ganz einfach, wobei wir es von aktuellen Drucker kennen das man die Düse einfach raus schrauben braucht. Beim Adventure 3 muss die ganze Einheit ausgetauscht werden. Jedenfalls habe ich noch keine andere Lösung gefunden. Es sei denn, man baut den Drucker auf ein E3D Hotend um bei dem es auf Thingiverse bereits entsprechende Mods gibt.

Im großen und ganzen macht der Drucker einen sehr soliden Eindruck, jedoch hat dieser auch seine kleinen Macken die verbessert werden mussten. Das größte Probleme war bei mir jedenfalls die schiefe Z-Achse, denn der Motor befindet sich auf der rechten Seite und da es keine Dual Z-Achse ist, fehlt logischerweise links der Motor. Genau das hat dazu geführt das die Z-Achse leicht verzogen war und somit kein guter First-Layer zustande kommt. Der linke Bereich war immer einwandfrei, wobei der rechte Bereich schon fast ins Druckbett geritzt hat. Abhilfe schaffte das ausrichten der Achse indem vorab das Leveltool von Thingiverse ausgedruckt werden muss. Dann muss der Drucker von oben geöffnet werden damit man an die Halterung des Spannriemens kommt. Das Leveltool an den Achsen befestigt und entsprechend ausgerichten und schon klappt es auch mit dem First-Layer wieder. Dieses war jetzt eine schnelle Kurzbeschreibung, denn da sollte man sich das Video auf youTube anschauen, welches es sehr gut erklärt.

Nächste kleine Problem war die Druckbett-Oberfläche, welche einfach zu stark haftet, denn entweder wartet man gefühlt einige Stunden oder man sprüht leicht Isopropanol von unten ran, damit das Druckteil sich lösen lässt. Die Haftung ist einfach zu stark und dauert teilweise auch zu lange. Man kann dieses Druckbett zwar auch raus ziehen und dann „knicken“ damit sich das Druckteil entfernen lässt, aber da war ich immer zu faul zu und zudem ist es kurz nach dem Druck auch extrem heiß. Ich habe mir dann einfach eine alte FR4 Platte zurecht geschnitten und diese angebracht und seit dem keine Probleme mehr. Sobald das Heizbett die Temperatur verliert, kann das Druckobjekt ohne großen Aufwand entfernt werden.

Als nächstes musste bei mir noch der PTFE Schlauch dran glauben, denn dieser hatte bei mir zuviel Spielraum am Filament gehabt, so dass es dort zu ungleichmäßigen Drucken geführt hat. Zwar nur minimal, aber gestört hat es mich trotzdem und da ich noch einen Capricom PTFE hatte, habe ich diesen verwendet und somit keine Probleme mehr. Aber auch aufgrund der hohen Temperaturen die beim ABS/ASA drucken entstehen, empfhielt es sich einen PTFE zu nehmen, der auch diese Temperaturen aushält. Andere Schläuche könnten leicht anfangen zu schmorren und somit die Filamentzufuhr verstopfen. Als nächsten wurde dann das Extruder Ritzel gegen eines von Bondtech ausgetauscht, da damit die Aufnahme besser ist. Sprich das Filament hat so weniger Chance das dieses nicht gefördert wird. Das neue Ritzel fasst das Filament einfach besser.

Ein großer negativer Punkt ist die Aufnahme der Filamentrollen, denn der Drucker ist zwar schön klein und handlich, aber hat nur eine Aufnahme für eine kleine 500g Rolle und das ist sehr schade. Die Standardrollen die teilweise 750g oder 1000g groß sind, können nicht in den Drucker verstaut werden und das, obwohl schon eine Aufname vorhanden ist und die Rolle somit perfekt im Drucker verschwinden würde. Die Idee ist klasse, denn dadurch bekommt das Filament die Wärme ab und ist von außen geschützt, aber nur kompatibel mit kleinen Rollen. Abhilfe schafft ein Mod, welchen ich zugeschickt bekommen habe, jedoch besteht diese aus mehreren Teilen und dann würden auch größere Rollen rein passen. Da ich die Zeit jedoch nicht habe, musste ich ein kleines Loch in den Deckel schneiden und lasse das Filament nun von außen in den Drucker führen. Funktioniert auch tadellos, jedoch ist dann das Konzept verloren gegangen, welches von Flashforge gewollt ist. Klein und handlich und überall einsatzbereit.

Aufgrund der Thematik, dass der Adventure 3 ein internes WLAN Modul hat, kann der Drucker auch aus der Ferne gesteuert und überwacht werden. Ich habe versucht den Druck aus dem lokalen Netzwerk über den Cloud-Dienst zu starten, aber hab es schnell wieder sein gelassen. Die Performance des Cloud-Dienstes ist einfach zu langsam, damit es damit Spaß macht. Ich musste mehrere Minuten warten, bis überhaupt das Druckobjekt in der Clound angezeigt wurde und nochmal mehrere Minuten bis es übertragen wurde. Zudem musste über Umwege die STL umwandelt werden und das war mir auf Dauer zu streßig. Daher drucke ich wie gewohnt mit einem USB-Stick und Simplify3D. Da muss im Post-Procession Feld noch deklariert werden, dass das Druckobjekt als .gx (.g) Datei abgespeichert wird. Denn normale .stl wird vom FlashForge nicht unterstützt. Da erstmal drauf kommen hat mich einige Stunde Recherche gekostet. Das hätte man gerade in der heutigen Zeit besser lösen können, aber gut, der Drucker ist auch nicht mehr der aktuellste, so dass ich nicht weiß, wie es bei aktuelleren Modellen gelöst wurde.

Kurz nach dem einschalten und dem verbinden mit meinem WLAN Gastzugang wurde mir auch gleich ein Update angezeigt, welches ich ohne Probleme ausführen konnte. Nachteil an der Geschichte ist nun, dass die Kamera nicht mehr funktioniert und das soll wohl kein Einzelfall sein, so dass einige Maker wohl ein Downgrade durchgeführt haben, damit diese wieder funktioniert. Auch komisch ist, dass ich den Drucker nicht mit meinem normalen Netzwerk verbinden konnte, sondern nur mit dem Gastzugang. Ich habe diesbezüglich auch noch keine Lösung gefunden.

Im großen und ganzen kann ich sagen, dass ich mit dem Adventure 3 sehr zufrieden bin. Die Kleinigkeiten von oben bis auf die schräge Z-Achse sind nicht von großer Bedeutung, da der Drucker auch so seinen Dienst verrichtet und das ordentlich. Im laufe der Zeit wird es sicherlich noch das ein oder andere geben, was ich dran „modden“ werde, aber aktuell hängt man noch ein wenig am Feintunig und danach sehen wird weiter. Sobald es da ein Update gibt, werde ich es aufjedenfall bekannt geben. Interessant wäre da zum Beispiel der Umbau auf das E3D Hotend. 😉

Auf Reddit.com gibt es zum Adventure 3 noch eine interessante Diskussion über die positiven und negativen Punkte.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei SainSmart für die Bereitstellung des Druckers.

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