Aluminium-Guss-Platte & Zubehör für Sovol SV01 & CR10S

Wir wissen mittlerweile glaube ich alle, dass unsere China Drucker zu gefühlt 95% ein ungerades Druckbett haben und man sich fast Stundenlang mit dem leveln beschäftigen muss, damit man einen vernünftigen First-Layer hinbekommt. Denn, ist der erste Layer schlecht, dann wird auch der Rest nix werden, so dass man zu externen Mitteln greifen muss, damit man einigermaßen ein anständiges Druckbett bekommt.

Alternativ nutzt man Hilfsmittel wie blTouch oder Mesh-Leveling, damit die Unebenheiten im System ausgemerzt werden. Beim blTouch werden vor dem Druck definierte Punkte angefahren, so dass diese dann errechnet werden und mittels der eingebauten Technik und der Übertragung ans System die optimale Abstände berechnet werden. Dieses geschieht nach der Einrichtung automatisch und ist die bequeme Alternative, jedoch haben einige Probleme bei der Einrichtung, so dass man sich vorab damit beschäftigen muss.

Andere Maker nutzen das Mesh Leveling, welches im Grundprinzip das selbe ist, jedoch muss man dieses selber einrichten und „steuern“. Bei dieser Methode sollte man vorab alle Ecken am besten mit einem Kassenbon leveln indem die Eckschrauben soweit an die Düse gedreht werden bis man ein leichtes Kratzen bemerkt. Dieser Vorgang sollte mehrmals getätigt werden, damit die Unebenheiten komplett behoben werden. Erst dann sollte man das Mesh Leveling starten bei dem vordefinierte Punkte angefahren werden und man den Z-Offset am Display verstellen kann. Auch hier sollte man wieder mit einem Kassenbon leveln und im besten Fall wiederholen. Nachdem dieses erledigt ist, muss im Slicer noch der G-Code „M420“ oder „M420 S1“ eingetragen werden, damit der Drucker weiß, dass hierbei das Mesh-Leveling verwendet wird.

Alternativ, wenn solche Möglichkeiten nicht vorhanden sind oder man es auf die „alte“ Methode machen möchte, deaktivert man die Motoren und schiebt die Achsen soweit bis das gewünschte Ergebnis erreicht wurden ist. Ich für meinen Teil bin einer von der „faulen Sorte“ und nutze auf allen Druckern das Mesh-Leveling. Aber auch dieses ist nicht perfekt, denn auf meinem Sovol SV01 und CR10S habe ich noch das Originale Druckbett, welches bekannterweise leicht schief ist. Auf dem CR10S arbeite ich mit einer Spiegelfliese und auf dem Sovol SV01 mit einer FR4 Platte. Aber auf Dauer bemerke ich das kleinere Fehler auftreten und der First-Layer nicht mehr so ist, wie er vor paar Monaten war. Klar, kann auch am leveln liegen, aber auch in Sachen Haftung muss ich mit meinem Offset spielen und auf Dauer ist das keine Lösung, zumal das händische Leveln fast perfekt war, aber beim First Layer dann wieder nicht. Der Plan stand also, dass ich mir eine neue Lösung besorgen muss.

Wie der Zufall so will, gab es bei FaceBook eine „Werbeanzeige“ in der ABS-Maschienenschutz geworben hat und da man diesen Namen schon öfters im Bezug auf Druckbetten gelesen hat, konnte man ohne Bedenken drauf klicken. Also schnell geschaut, was es dort so gibt und genau für meinen Drucker gibt es dort verschiedene Sets, die mir genau gelegen kommen. Ich gehe jetzt hier nur mal auf den Sovol SV01 ein, da dieser aktuell immer noch sehr begehrt ist. Beim CR10S ist es das selbe Set und auch der selbe Preis, nur die Maße ist anders.

Folgende Sets werden angeboten:

Kit 1 – 48,99 Euro
mit Pertinax® Platte 2 mm & Foldbackklammern
Sie erhalten die feingefräste Aluminium-Guss-Platte, gebohrt, gesenkt und entgratet mit den M4x45 Schrauben und M4 Muttern.
Zusätzlich erhalten im Set enthalten sind
1 Stück Pertinax® mit 2 mm ungeschliffen
6 Foldbackklammern

Kit 2 – 49,99 Euro
mit Pertinax® Platte 2 mm & Flachklammern
Sie erhalten die feingefräste Aluminium-Guss-Platte, gebohrt, gesenkt und entgratet mit den M4x45 Schrauben und M4 Muttern.
Zusätzlich erhalten im Set enthalten sind
1 Stück Pertinax® mit 2 mm ungeschliffen
6 Foldbackklammern

Kit 3 – 48,99 Euro
mit GFK/FR4 Platte 1 mm & Foldbackklammern
Sie erhalten die feingefräste Aluminium-Guss-Platte, gebohrt, gesenkt und entgratet mit den M4x45 Schrauben und M4 Muttern.
Zusätzlich erhalten im Set enthalten sind
1 Stück GFK/FR4 Platte mit 1 mm ungeschliffen
6 Foldbackklammern

Kit 4 – 49,99 Euro
mit GFK/FR4 Platte 1 mm & Flachklammern
Sie erhalten die feingefräste Aluminium-Guss-Platte, gebohrt, gesenkt und entgratet mit den M4x45 Schrauben und M4 Muttern.
Zusätzlich erhalten im Set enthalten sind
1 Stück GFK/FR4 Platte mit 1 mm ungeschliffen
6 Foldbackklammern

Da ich mir für den Sovol sowieso beides kaufen wollte, sprich Druckplatte und Druckoberfläche war also Set 1 genau passend für mein Vorhaben. Zumal ich noch keine Pertinax Platte hatte, diese jedoch überall gelobt wird. Also war meine Entscheidung klar, welches Set es sein muss. Am Sidewinder X1 hatte ich mal eine feingefräste Aluminium-Guss-Platte und war damit sehr zufrieden und beim Sovol wird es denke ich genau so sein, zumal dieses dann die letzten Arbeiten an diesem Drucker sein werden.

Daher habe ich den Inhaber Alexander eine kurze Nachricht mit meinem Vorhaben und Konzept geschrieben und nach einem kurzen Gespräch bot er mir an, dass ich für den CR10S und dem Sovol SV01 ein Set zum testen bekomme. Dankend angenommen, da ich es mir, wie schon erwähnt, sowieso kaufen wollte.

Der Umbau ist ein wenig komplizierter als gedacht, aber sollte für jeden machbar sein. Dazu gibt es reichlich Videos im Netz, aber ich möchte kurz die Vorgehensweise erläutern.

Zuerst muss natürlich erstmal das ganze Druckbett abgeschraubt werden und das Druckbett beiseite gelegt werden. Danach den Drucker auf 50°C aufheizen und VORSICHTIG die Heizmatte entfernen, welches wirklich mit Gefühl gemacht werden muss. Nachdem das erledigt wurde, muss diese Heizmatte wieder auf die feingefräste Aluminium-Guss-Platte angebracht werden. Achtet da genau drauf, auf welche Seite Ihr es anbringt, denn die Seite mit den Schrauben-Aussparungen ist oben. So war mein Plan, jedoch funktioniert das beim Sovol nicht so einfach, denn wenn man die Isolierung „abkratzt“ löst sich diese und kann nicht wieder befestigt werden. Somit hätte man die blanke „Heizung“ auf der Aluplatte und das ist nicht empfehlenswert.

Man könnte nun hingehen und sagen, dass man die feingefräste Aluminium-Guss-Platte auf das vorhandere Druckbett befestigt und darauf dann die Pertinax Platte. Jedoch ist das für mich eher suboptimal, da dadurch ein „dickerer Klotz“ mit Wärme versorgt werden muss und die Zeit bis zum erreichen der Temperatur länger dauern und ungenauer werden könnte. Wenn ich den Umbau schon mache, dann auch gleich richtig und da ich sowieso schon ein Mosfet ans Heizbett gebaut hatte, brauchte ich für eine Lösung nicht lange überlegen.

Daher habe ich mir eine passende 24V 220 Watt Heizmatte bei Philipp (PrinCore.de) bestellt und angebracht. Hier sollte man dringend ein Mosfet verwendet, da diese doch mehr Leistung als die vorhandenen Leitungen hat. Ich möchte mal einen kleinen Auszug aus der Beschreibung hier erwähnen, denn wenn man sich nicht daran hält, kann vieles schief gehen und am Ende hat mehr „Müll“ als nutzen und das möchte keiner.

Für Druckbetten aus Aluminium-Guss benötigt man eine entsprechende Silikonheizmatte, welche auf der Unterseite angebracht wird.

Diese Silikonheizmatte kann dauerhaft mit 120° betrieben werden, was für die meisten Filamente mehr als ausreichend ist.

Für den Betrieb der hier angebotenen Silikonheizmatte ist eine entsprechende, dafür ausgelegte Steuerelektronik notwenig

Danach den Drucker am besten wieder ausschalten und zusammenbauen. Also, erst die feingefräste Aluminium-Guss-Platte und dann die Pertinax-Platte. Sollte diese bei Euch nicht angeschliffen sein, so empfhielt es sich mit 80er Schleifpapier die Platte anzurauhen und danach mit Isopropanol zu reinigen. Hat das soweit alles geklappt, könnt Ihr den Drucker auf 60°C – 80°C aufheizen und anfangen zu leveln. Das anrauhen dient dazu, dass der Druck sich besser auf die Platte „einschmilzt“, denn durch die verschiedenen Kerbungen und dem warmen Plastik verläuft sich das im inneren. Nachdem der Druck fertig und abgekühlt ist, kann das Objekt einfach und ohne Rückstände abgenommen werden. Vorrausgesetzt natürlich, dass das leveln perfekt funktioniert hat.

Und bitte nicht vergessen ein PID-Tuning zu machen, denn bei meinem ersten Versuchen habe ich direkt bei 40°C einen Heater Fehler bekommen und der Drucker war im Sleep-Modus. Daher das PID-Tuning bis 40°C machen und danach bis 60°C und 80°C. Diese Methode hat bei mir ohne Probleme funktioniert und nun sind die Werte bis auf 0,01 °C perfekt.

Ich kann diese „Methode“ und die oben genannten Sets nur jedem ans Herz legen der mit krummen Oberflächen zu kämpfen hat und der das ständige leveln satt hat. Und bei einem Preis von unter 50,00 Euro kann man definitiv nix falschen machen, denn wenn ich sehe, dass ein blTouch mit Verlängerungskabel schon an diesem Preis kommt, dann fällt die Entscheidung leicht aus. Mit dem Set habe ich weitaus mehr als mit einer weiteren Stromquelle die den Prozessor „belastet“.

Auch habe ich die Werte gemessen, welche durch den Umbau entstanden sind:

Stock:
15°C – 60°C = 2:00 Minuten
60°C – 80°C = 1:53 Minuten
Gesamt 15°C – 80°C = 3:53 Minuten

Modding:
15°C – 60°C = 4:14 Minuten
60°C – 80°C = 4:26 Minuten
Gesamt 15°C – 80°C = 8:40 Minuten

Somit braucht der Umbau 4:47 Minuten länger um von 15°C auf 80°C aufzuwärmen. Dieses liegt aber nach Rücksprache mit Philipp an der Heizmatte da er diese „normal“ anbietet. Denn würde er einen höheren Wert im Shop haben, könnte es passieren, dass Neueinsteiger diese direkt anschließen und es da böse Nebenwirkungen geben könnte. Daher ist immer die Empfehlung bei einer Heizmatte ein externes Mosfet zu nehmen. In meinem Fall hätte ich auch eine 750W Matte nutzen können, da diese über das Mosfet angeschlossen wird. Aber hier möchte man auf Nummer sicher gehen, was auch verständlich ist.

Wichtig sind, dass die Werte korrekt sind und auch hier habe ich wieder Messungen durchgeführt, denn durch den Umbau habe ich auf allen vier Ecken einen Wert von 70°C, sprich 10°C Abweichungen. Genau das was Philip auch in seinem Video erwähnt und somit müssen im Slicer einfach 10°C mehr eingestellt werden. Vor dem Umbau lagen die Werte zwischen 65°C und 78°C schwankend. Daher kann ich auch hier erwähnen, dass sich der Umbau komplett gelohnt hat und ob ich nun knapp 5 Minuten länger warte oder nicht, macht den Kohl auch nicht fett.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Alexander an dieser Stelle für die Bereitstellung seiner Produkte Made in Germany. Dazu muss ich noch erwähnen, dass mir ausversehen das Set1 für den CR10S Pro geschickt wurde, ich jedoch den CR10S habe. Kurze Nachricht an Alexander und zack wird es ausgetauscht. So geht Support in der heutigen Zeit.

Alexander war so freundlich und stellt uns einen 5% Rabatt Code zur Verfügung, welcher auf das gesamte Sortiment gilt. Checkt unsere Gutschein Seite. =) 

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Mittlerweile habe ich meinen Sovol SV01 schon längere Zeit und bin weiterhin zufrieden, denn dieser machte im Stock-Zustand sehr gute Arbeit, jedoch hat mich die Lautstärke extrem gestört, so dass ich Hand anlegen musste.

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